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Kleinhirn-Hypoplasie

Orpha-Kennnummer ORPHA1398
Prävalenz Unbekannt
Erbgang -
Manifestationsalter Kindesalter
ICD-10 Code
  • Q04.3
MIM-Nummer -
Synonym(e) Hypoplasie, zerebelläre

Zusammenfassung

Eine Hypoplasie des Kleinhirns (CH) ist im Zusammenhang mit verschiedenen klinischen Entitäten beschrieben worden: Chromosomenanomalien, in utero-Exposition mit Toxinen und Infektionen, Stoffwechselkrankheiten und eine große Zahl verschiedener neurologischer Erkrankungen. Die Fehlentwicklung des Kleinhirns kann den Wurm und /oder die Kleinhirn-Hemisphären betreffen und von teilweiser bis zu kompletter Agenesie reichen. Sie kann auf das Kleinhirn beschränkt bleiben (Körnerzell-Hypoplasie Typ Norman, Dandy-Walker-Fehlbildung), oder auch andere Strukturen des ZNS einbeziehen: das Mittelhirn (Backenzahn-Syndrome (MTS)), Pons und Medulla (Ponto-zerebelläre Hypoplasie (PCH)), Hirnrinde (Lissenzephalie-Kleinhirnhypoplasie-Syndrome (LCH)). Die Unterscheidung zwischen Kleinhirn-Hypoplasie und -Atrophie ist nicht immer klar, da in einem hypoplastischen Kleinhirn auch Merkmale einer sekundären Atrophie gefunden werden können. Eine nicht geringe Zahl seltener zerebellärer Syndrome mit CH ist mit Fehlbildungen von Niere, Auge, Leber oder Herz assoziiert: Oro-facio-digitales Syndrom Typ II und die Syndrome von Gillespie, Ritscher-Schinzel und Hoyeraal-Hreidarsson. Die Vererbung kann autosomal-rezessiv, autosomal-dominant oder X-chromosomal sein. Mutationen wurden in folgenden Genen gefunden: LCH/Reelin, PCH/PMM2 und den X-chromosomalen Genen OPHN1 und DCK1. Mehrere Loci wurden für die autosomal-rezessiven Ataxien kartiert. In einer Familie mit Pankreas- und Kleinhirnagenesie wurden Mutationen im Pankreas Transkriptionsfaktors 1 (PTF1A) identifiziert. Hemizygotie der ZIC 1 und ZIC 4 -Gene ist bei der Entstehung der Dandy-Walker-Fehlbildung beteiligt. Das klinische Spektrum der Kleinhirn-Hypoplasie ist, abhängig von der Ursache, variabel. Die häufigsten Symptome sind Entwicklungs- und Sprachverzögerung, Muskelhypotonie, Ataxie und abnorme Augenbewegungen. Die klinische Diagnose muß durch bildgebende Verfahren gesichert werden. Sie erfordert langfristige Begleitung, sowie sorgfältige Analysen des Stoffwechsels und der Entwicklung. Die Prognose wird wesentlich von der geistigen Leistungsfähigkeit bestimmt. Für die meisten Fälle ist eine spezifische Behandlung nicht verfügbar. *Autor: Dr G. Zanni (Februar 2005)*.

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