Zusammenfassung
Die Hypersensitivitätspneumonie (HP) ist eine Lungenkrankheit mit Atemnot und Husten als Folge einer Inhalation von Antigenen, gegen die der Patient früher eine Allergie entwickelt hatte. Die Inzidenz der HP ist nicht bekannt. Eine bevölkerungsweite Studie bestimmte die jährliche Inzidenz der interstitiellen Lungenerkrankungen zu 30:100.000. Weniger als 2% dieser Fälle hatten eine HP. Die Diagnose einer HP kann bei Anwendung einfacher diagnostischer Kriterien oft mit Sicherheit gestellt oder auch ausgeschlossen werden, besonders in Gegenden mit hoher oder mit niedriger Inzidenz. Bei florider HP kann der Röntgenthorax unauffällig sein. Die hochauflösende Computertomographie ist für die Diagnose der HP ein sensitives, aber wenig spezifisches Verfahren. Vorrangiges Ziel von Lungenfunktionstests ist die Erfassung physiologischer Abweichungen und damit verbundener Störunngen. Trotz möglicher Täuschung durch falsch positive oder falsch negative Resultate kann die Analyse antigenspezifischer IgG-Antikörper weitere nützliche Hinweise auf eine HP erbringen. Bei Verdacht auf HP kommt der bronchoalveolären Lavage eine wichtige diagnostische Rolle zu. Eine normale Lymphozytenzahl schließt diese Krankheit, mit Ausnahme residualer Stadien, aus. Eine chirurgische Lungenbiopsie soll seltenen Fällen mit unklarer klinischer Manifestation vorbehalten bleiben, oder bei ungewöhnlichem Verlauf und nicht typischem Anprechen auf die Therapie die Diagnose sichern. Da es sich um eine Immunreaktion der Lunge handelt, besteht eine rationale Behandlung im Vermeiden des Kontaktes mit dem auslösenden Antigen. Die systemische Gabe von Kortikosteroiden ist die einzige zuverlässige medikamentöse Therapie, kann aber den Ausgang der Krankheit nicht beeinflussen. Nur anekdotischen Wert hat das Inhalieren von Steroiden. Chronische oder residuale Beschwerden erfordern die Anwendung unterstützender Maßnahmen.
Gutachter
- Dr Yvon CORMIER
- Dr Yves LACASSE
Aktualisiert am: Juli 2006