Zusammenfassung
Die Symptome der Ménière-Krankheit sind Schwindelattacken, Schalleitungsschwerhörigkeit und Tinnitus. Ein konstanter pathologischer Befund ist die progrediente Erweiterung des endolymphatischen Raumes im Innenohr, bekannt als endolymphatischer Hydrops. Die Trias Drehschwindel / Übelkeit - Erbrechen / fluktuierende Tieftonschwerhörigkeit mit Tinnitus, oft mit Druckgefühl im Ohr lenkt den Verdacht auf die Diagnose. Die Ergebnisse der Magnetresonanz-Bildgebung sind normal. Spezifische audiometrische Tests zur Sicherung der Diagnose gibt es nicht. In den meisten Fällen treten die Schwindel- und Tinnitusanfälle über mehrere Jahre hinweg immer wieder auf, bevor sie wieder abnehmen. Im Gegensatz hierzu beibt die Schwerhörigkeit hochgradig (ca. 60 dB). In einigen Fällen (5-25%) wird die Krankheit beidseitig, mit einer extrem beeinträchtigenden Vertigo. Die Ätiologie ist unbekannt. Wenn eine Ursache für den endolymphatischen Hydrops gefunden wurde, ist die Diagnose 'Ménière-Krankheit' ausgeschlossen. Nach diesen strikten Kriterien ist die Ménière-Krankheit selten, und die Prävalenz wurde mit ihnen in Schweden zu 1/10.000 und in den USA zu 7,5/10.000 bestimmt. Die Behandlung besteht während der Anfälle in der Gabe von schwindelhemmenden Medikamenten. Die Langzeitbehandlung zielt auf auf eine Reduktion von Häufigkeit und Schwere der Attacken. Abhängig vom klinischen Bild werden hierfür verschiedene Substanzklassen verwendet, u.a. Beta-Histidin, Diuretika, Vasodilatatoren, Kortikoide und Anxiolytika. Bei schwerer Beeinträchtigung durch den Drehschwindel wird eine 'Ablation' des Innenohrs empfohlen, um die zentrale Kompensation zu ermöglichen. Dies geschieht entweder durch örtliche Aminoglykosid-Einwirkung oder durch Resektion des N. vestibularis.
Gutachter
Aktualisiert am: Mai 2003