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Myopathie, zentronukleäre, X-chromosomale

Orpha-Kennnummer ORPHA596
Synonym(e) Myotubuläre Myopathie
XLCNM
XLMTM
Prävalenz Unbekannt
Erbgang
  • X-chromosomal-rezessiv
Manifestationsalter Neonatal/Kleinkindalter
ICD-10
  • G71.2
OMIM
UMLS
  • C0410203
MeSH
  • C538647
MedDRA -
SNOMED CT
  • 46804001

Zusammenfassung

Die X-chromosomale Myotubuläre Myopathie (XLMTM) ist eine neuromuskuläre Krankheit und histopathologisch durch zahlreiche zentral gelegene Muskelfaser-Kerne gekennzeichnet. Klinisch besteht eine kongenitale Myopathie. Die Prävalenz unter männlichen Neugeborenen wird auf 1:50.000 geschätzt. Die Krankheit ist bei Knaben durch einen schweren Phänotyp gekennzeichnet: Bei Geburt bestehen erhebliche Muskelschwäche, Hypotonie und Ateminsuffizienz. Häufige Zeichen einer Muskelschwäche schon vor der Geburt sind verminderte Kindsbewegungen und Hydramnion. Röntgenologisch sind bei den Neugeborenen verschmälerte Rippen nachweisbar. Asphyxie kann das erste Symptom des Neugeborenen sein. In der Familienanamnese wird häufig über nach der Geburt verstorbene Knaben und über Fehlgeburten berichtet. Oft sind die betroffenen Kinder makrosom, mit einer Körperlänge oberhalb der 90. Perzentile und vergrößertem Kopfumfang. Weitere häufige Symptome sind externe Ophthalmoplegie und nicht-deszendierte Testes. Bei einigen länger überlebenden Patienten wurde über Pylorusstenose und kavernöse Hämangiome der Leber berichtet. Die meisten Überträgerinnen der XLMTM sind entweder symptomfrei oder zeigen Zeichen einer leichten Muskelschwäche. Einige Mädchen und Frauen manifestieren Symptome der Krankheit, wenn zusätzliche genetische Anomalien vorliegen, besonders schiefe X-Inaktivierung. Harninkontinenz als Ausdruck einer Beteiligung der glatten Muskulatur kann ein zusätzliches Symptom bei Frauen sein. Ursache der XLMTM sind Mutationen im Myotubularin-Gen (MTM1; Xq27.3-q28). Zur Diagnose führen die typischen histopathologischen Befunde in der Muskelbiopsie und die klinischen Symptome. Durch genetische Testung wird die Diagnose bestätigt. Allen Patienten und Familien soll eine genetische Beratung angeboten werden. Die wichtigsten Differentialdiagnosen sind die kongenitale Myotone Dystrophie und andere Krankheiten mit schwerer Neugeborenen-Hypotonie (s. diese Termini). Die Betreuung der Patienten ist unterstützend und verlangt ein multidisziplinäres Vorgehen. Mehrheitlich versterben die Patienten in den ersten Lebensmonaten. Einige männliche Patienten können bis in das zweite Lebensjahr und darüber hinaus überleben. In diesen Fällen hängt das Überleben von einem erheblichen Ausmaß medizinischer Interventionen und oft auch von Dauerbeatmung ab.

Gutachter

  • Dr Heinz JUNGBLUTH
  • Dr Jocelyn LAPORTE
  • Dr Carina WALLGREN-PETTERSSON

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