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Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel

Orpha-Kennnummer ORPHA60
Synonym(e) A1-PI-Mangel
AATM
Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
Prävalenz 1-5 / 10 000
Erbgang
  • Autosomal-rezessiv
Manifestationsalter Variabel
ICD-10
  • E88.0
OMIM
UMLS
  • C0221757
MeSH
  • C531610
  • D019896
MedDRA
  • 10001806
SNOMED CT
  • 30188007

Zusammenfassung

Der Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel (A1-PI-Mangel) ist eine erbliche Erkrankung mit Lungenemphysem, Leberzirrhose und selten auch einer Hautbeteiligung (Pannikulitis). Der Serumspiegel des Alpha-1-Antitrypsins (AAT), des wichtigsten Protease-Inhibitors (PI) im Serum, ist erniedrigt. Die Prävalenz in der westeuropäischen Allgemeinbevölkerung beträgt etwa 1:2.500, höher ist sie bei Personen mit skandinavischer Herkunft. Die häufigsten Mangelallele in Nordeuropa sind PI Z und PI S. Die meisten Personen mit schwerem A1-PI-Mangel haben den homozygoten PI-Typ ZZ. Die klinische Ausprägung ist von Patient zu Patient sehr verschieden und reicht vom Fehlen von Symptomen bis zu lebensbedrohlicher Leber- oder Lungenerkrankung. Die Typen ZZ und SZ bedingen ein Risiko für die Entwicklung respiratorischer Symptome (Dyspnoe, Husten), für frühes Auftreten eines Emphysems und Obstruktion des Luftaustausches im frühen Erwachsenenalter. Zusätzliche Risikofaktoren, die die Progredienz der respiratorischenSymptome beschleunigen, sind das Zigarettenrauchen und Staubexposition. Der A1-PI-Mangel des Typs ZZ kann im Kindes- oder Erwachsenenalter auch zu akuter oder chronischer Lebererkrankung führen. Charakteristische klinische Zeichen sind Neugeborenen-Ikterus mit erhöhtem konjugiertem Bilirubin und abnormen Serumspiegeln der Leberenzyme. Im Alter von etwa 50 Jahren kann es wegen Zirrhose zum Leberzellversagen kommen. Sehr seltene Symptome sind nekrotisierende Pannikulitis und sekundäre Vaskulitis. Der A1-PI-Mangel wird autosomal-rezessiv vererbt, Ursache sind Mutationen im Gen für AAT (SERPINA1, 14q32.1). Die Diagnose wird durch den Nachweis niedriger AAT-Serumspiegel und durch Typisierung mit isoelektrischer Fokussierung gestellt. Differentialdiagnostisch müssen Krankheiten mit Blutungsneigung oder Ikterus, Virus-infektionen, Hämochromatose, Wilson-Krankheit und Autoimmun-Hepatitis (s. diese Termini) ausgeschlossen werden. Zur Behandlung der Lungenerkrankung werden die intravenöse Substitution von Alpha-1-Antitrypsin, jährliche Grippeimpfung und eine alle 5 Jahre wiederholte Pneumokokken-Impfung empfohlen. Die Atemprobleme können durch langwirksame Broncholytika und inhalierte Glukokorticoide gemildert werden. Terminale Leber- und Lungeninsuffizienz verlangen eine Organ-transplantation. Patienten mit A1-PI-Mangel und Leberzirrhose haben allgemein eine ungünstige Prognose.

Gutachter

  • Dr Laura FREGONESE
  • Dr J [Jan] STOLK

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  • FR (2010,pdf)
  • EN (2010,pdf)
  • IT (2012,pdf)
Empfehlungen für den Gentest
  • EN (2011,pdf)
Review-Artikel (Klinischen Genetik)
  • EN (2008)
Review-Artikel
  • EN (2008)
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