Zusammenfassung
Die Zerebrotendinöse Xanthomatose (CTX) ist ein angeborener Stoffwechseldefekt mit gestörter Synthese von Gallensäuren und Speicherung von Sterolen. Die Symptome beginnen in der frühen Kindheit. Charakteristisch sind Xanthome der Achillessehne und anderer Sehnen, juvenile Katarakt, frühe Atherosklerose und eine progrediente neurologische Symptomatik mit zerebellärer Ataxie (Beginn nach der Pubertät), systemischen spinalen Ausfällen und Demenz. Die Intelligenz ist niedrig bis normal. In praktisch jedem Gewebe sind große Mengen Cholesterin und Cholestanol gespeichert, besonders in der Achillessehne, im Gehirn und in den Lungen. Ursache der Krankheit sind Mutationen im CYP27A1-Gen in der Chromosomenregion 2q33-qter. Es kodiert für die Sterol-27-Hydroxylase, ein mitochondriales Cytochrom P-450, das zusammen mit 2 Protein-Kofaktoren (Adrenodoxin und Adrenodoxin-Reduktase) eine Reihe von Sterolen am Kohlenstoff C27 hydroxyliert. Das Enzym katalysiert im Stoffwechselweg der Gallensäuren-Synthese den ersten Schritt, die Oxidation der Seitenkette von intermediären Sterol-Metaboliten. Die Patienten haben also einen Defekt der Synthese von Gallensäuren. Cholestanol, das 5-Alpha-Dihydro-Derivat des Cholesterins wird in allen Geweben stärker gespeichert als das Cholesterin. Die Diagnose wird durch den Nachweis abnormer Cholestanol-Konzentrationen in Serum und Sehnen gestellt. Der Cholesterin-Plasmaspiegel ist niedrig bis normal. Empfohlen wird eine Behandlung mit Cholsäure oder Chenodesoxycholsäure. Eine andere Behandlungsart ist die Gabe von Pravastatin (Inhibitor der HMG-CoA-Reduktase) mit oder ohne gleichzeitige Gabe von Chenodesoxycholsäure. *Autor: Dr. F. Palau (Oktober 2003)*.