Direkt zum Inhalt springen
  1. Startseite
  2. Seltene Krankheiten
  3. Suche
Einfache Suche

Einfache Suche

*
(*) Felder müssen ausgefüllt werden





 

Weitere Suchoptionen

Spinale Muskelatrophie, proximale, Typ 1

Orpha-Kennnummer ORPHA83330
Synonym(e) Spinale Muskelatrophie, infantile
Werdnig-Hoffman-Krankheit
Prävalenz 1-9 / 100 000
Erbgang
  • Autosomal-rezessiv
Manifestationsalter Neonatal/Kleinkindalter
ICD-10
  • G12.0
OMIM
UMLS -
MeSH -
MedDRA -
SNOMED CT -

Zusammenfassung

Die Proximale spinale Muskelatrophie Typ 1 (SMA1) ist die schwere infantile Form der Proximalen spinalen Muskelatrophie (s. dort) und gekennzeichnet durch schwere und progrediente Muskelschwäche und -hypotonie als Folge der Degeneration oder des Verlustes der Unteren Motorneurone im Rückenmark und in den Kernen des Hirnstammes.

Die Prävalenz wird auf etwa 1:80.000 und die Jahresinzidenz auf etwa 1:10.000 geschätzt. Die Krankheit ist bei Knaben etwas häufiger als bei Mädchen. Die Krankheit beginnt vor dem Alter von 6 Monaten, gewöhnlich vor dem 3. Lebensmonat.

Die schwere und fast immer symmetrisch ausgeprägte Muskelschwäche der Gliedmaßen beginnt proximal und schreitet nach distal (Hände und Füße) fort. Das Schreien ist schwach. Die häufig verminderte Saugfähigkeit und reduziertes Schlucken führen zu Fütterproblemen. Die tiefen Sehnenreflexe fehlen, Ateminsuffizienz ist häufig. Leichte Kontrakturen der Knie, seltener der Ellenbogen, und Skoliose sind mögliche Symptome. Die Patienten können ohne Unterstützung nicht sitzen und lernen niemals zu laufen.

Wie die anderen Formen der SMA wird die SMA 1 durch homozygote Deletionen im SMN1-Gens (5q12.2-q13.3) verursacht, das für das SMN (survival motor neuron)-Protein kodiert. Der Schweregrad der SMA korreliert invers mit der Kopienzahl eines zweiten SMN-Gens (SMN2; 5q13.2), wenn auch nicht strikt: Patienten mit SMA 1 haben eine niedrige Zahl (1 oder 2) von SMN2- Kopien. Bei Patienten mit SMA 1 wurden auch Deletionen des NAIP-Gens (5q13.1) gefunden. Evtl. spielen sie eine Rolle bei der Modifizierung des Schweregrades. Die Vererbung ist autosomal-rezessiv, aber etwa 2% werden durch Neumutationen verursacht.

Vorgeschichte und klinisches Bild führen zur Diagnose, die durch genetische Analyse bestätigt werden kann.

Differentialdignosen sind SMA2, kongenitale Muskeldystrophien, kongenitale Myopathien, einige mitochondriale Krankheiten mit frühem Beginn und Störungen des Kohlehydrat-Stoffwechsels (s. diese Termini).

Die vorgeburtliche Diagnostik ist durch DNA-Analyse in Amnionzellen oder Chorionzotten möglich.

Den Patienten und ihren Familien soll eine genetische Beratung angeboten werden.

Gegenwärtig laufende klinische Studien untersuchen mögliche medikamentöse Behandlungsarten der SMA1, die vor allem auf höhere Spiegel des vollständigen SMN-Proteins zielen. Bisher jedoch ist die Therapie lediglich symptomatisch und soll durch multidisziplinäre Betreuung die Lebensqualität verbessern. Atemhilfen sind notwendig, Physiotherapie wird empfohlen. Nicht-invasive Beatmung und Gastrostomie können hilfreich sein. Bei Infektionen der Atemwege sind Antibiotika erforderlich, längere Perioden ohne Nahrungsaufnahme sollen vermieden werden.

Die Prognose ist in der Regel ungünstig, die meisten Patienten versterben innerhalb der ersten beiden Lebensjahre im Gefolge einer Ateminsuffizienz. In einigen Fällen bleibt die Symptomatik aber stationär oder bessert sich sogar, sodass die Patienten länger überleben.

Gutachter

  • Dr Haluk TOPALOGLU

(*) Notwendige Angaben

Wichtiger Hinweis: Wir können nur solche Kommentare akzeptieren, die zur Verbesserung der Qualität von inhaltlichen Informationen auf der Orphanet -Website beitragen möchten. Für alle weiteren Anliegen können Sie uns via 'Kontakt' erreichen. Wir können nur englische oder deutsche Kommentare bearbeiten.


Captcha image

Detaillierte Informationen

Artikel für die allgemeine Öffentlichkeit
  • FR (2007,pdf)
Empfehlungen für den Gentest
  • EN (2012,pdf)
Review-Artikel (Klinischen Genetik)
  • EN (2011)
Review-Artikel
  • EN (2011)
Get Acrobat Reader
Die Dokumente dieser Website dienen nur der allgemeinen Information. Der Inhalt dieser Website ersetzt in keiner Weise eine professionelle Beratung oder Behandlung durch qualifizierte Fachleute. Die vorliegenden Informationen dürfen nicht als Grundlage für eine Diagnose oder Behandlung verwendet werden.